Wilhelm Müller Der greise Kopf (1822)
Der Reif hatt einen weißen Schein
Mir übers Haar gestreuet.
Da meint ich schon ein Greis zu sein,
Und hab mich sehr gefreuet.
5 Doch bald ist er hinweggetaut,
Hab wieder schwarze Haare,
Daß mir's vor meiner Jugend graut –
Wie weit noch bis zur Bahre!
Vom Abendrot zum Morgenlicht
10 Ward mancher Kopf zum Greise.
Wer glaubt's? Und meiner ward es nicht
Auf dieser ganzen Reise!
Bibliographische Daten
Autor:
Wilhelm Müller (1794-1827)
Titel:
Der greise Kopf
Gedichtanfang:
Der Reif hatt einen weißen Schein …
Jahr:
1822
Epoche:
Spätromantik
Artikel Wilhelm Müller im Lyrik123.de-Autorenlexikon.
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