Wilhelm Müller Der Wegweiser (1822)

  Was vermeid ich denn die Wege,
  Wo die andren Wandrer gehn,
  Suche mir versteckte Stege
  Durch verschneite Felsenhöhn?

5 Habe ja doch nichts begangen,
  Daß ich Menschen sollte scheun –
  Welch ein törichtes Verlangen
  Treibt mich in die Wüstenein?

  Weiser stehen auf den Straßen,
10 Weisen auf die Städte zu,
  Und ich wandre sonder Maßen,
  Ohne Ruh, und suche Ruh.

  Einen Weiser seh ich stehen
  Unverrückt vor meinem Blick;
15 Eine Straße muß ich gehen,
  Die noch keiner ging zurück.

Neuen Kommentar hinzufügen

Die Technik der Kommentarfunktion "DISQUS" wird von einem externen Unternehmen, der Big Head Labs, Inc., San Francisco/USA., zur Verfügung gestellt, die Moderation der Kommentare liegt allein bei Lyrik123.de. Weitere Informationen finden Sie in unseren Datenschutzbestimmungen.